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Wenn ein Teller kaputt geht, dann ist er zerbrochen. Wenn ich kaputt bin, dann bin ich müde. Wo ist da ein Zusammenhang?
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Hallo Graf Ortho, neulich saßen meine Familie und ich beim Abendessen. Dabei ist meiner Frau der Teller mit den Würstchen heruntergefallen. „Jetzt ist der schöne Teller entzwei und die Würstchen auf dem Boden!“ rief meine Frau ärgerlich aus. Mein Sohn, Felix, 8 Jahre, machte ein erstauntes Gesicht. Erst dachte ich, wegen der Würstchen. Doch er fragte: „Warum sagst du nicht ‚kaputt’? Was heißt entzwei?“ Da antwortete meine Frau (zu meinem Erstaunen!), ihre Mutter habe immer gesagt, ‚kaput’ (sie sprach das Wort mit langem [u]) sei kein schönes Wort. Das hätten uns die Franzosen eingeschleppt. Nun waren wir erst recht erstaunt. Das Wort „kaputt“ soll ein Fremdwort sein? Wir vergaßen diese Situation, bis tags drauf unser Sohn eine Ausrede suchte, die Mathe-Hausaufgaben nicht machen zu müssen. Seine Entschuldigung: „Du hast gesagt, das Wort kaputt heißt soviel wie entzwei. Dann bin ich jetzt viel zu entzwei, um Mathe zu machen.“ Da haben wir beide gelacht. Trotzdem ist unsere Frage an Graf Ortho: Wenn ein Teller kaputt geht, dann ist er zerbrochen. Wenn man kaputt ist, dann ist man müde. Wo ist da ein Zusammenhang?
Vielen Dank,Felix, Minty & Familie P.S. Die Hausaufgaben musste er natürlich trotzdem machen.
Beitrag aus dem Forum der Rechtschreibwerkstatt vom 24.06.2008
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Es stimmt: Das Wort kommt aus dem Französischen. Wenn man beim Kartenspiel keinen Trumpf oder keinen Stich (= faire capot) bekam, dann hatte man das Spiel verloren.
Das französische Wort capot bedeutet eigentlich Kappe, Mütze, aber auch Mantel. Vielleicht kennt ihr das aus Filmen. Oft setzen Leute beim Pokerspiel (bei diesem Kartenspiel wird um Geld gespielt) eine Kappe auf, damit die Mitspieler ihnen nicht in die Karten oder in die Augen sehen können. Wenn nun der Spieler schlechte Karten bekam und sein ganzes Geld verlor, dann nahm er seine Kappe ab. Damit zeigte er den anderen, dass er nicht mehr weiterspielen konnte.
Zunächst wurde das Wort im Sinne von fertig, erledigt oder zugrunde gerichtet sein benutzt.
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Wenn also jemand viel zu kaputt ist, um die Hausaufgaben zu machen, dann ist er fertig, erledigt, erschöpft und todmüde.
Heute wird das Wort auch im Sinne von zerbrochen oder defekt verwendet. (Der Gegenstand ist nicht mehr zu gebrauchen, er ist erledigt, er ist kaputt.)
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Das französische Wort capot geht auf das lateinische caput = Kopf zurück. Und das, was den Kopf bedeckt, nannten die Römer cappa. Diesen Ursprung findest du auch noch in anderen Wörtern:
- Kapuze - was den Kopf bedeckt
- Kappe, Käppi - auch etwas für den Kopf
- Kapelle - ursprünglich kleiner Mantel der über den Kopf gezogen wurde
- Kapital - ursprünglich die Anzahl der Köpfe der Tiere, die jemand besaß
- Kapitän - der Kopf, das Oberhaupt eines Schiffes
- Kapitel - ursprünglich Überschrift, (Kopf) eines Textstückes
- Kapitell - der Kopf einer Säule
- Kapo = Chef, Anführer, Kopf einer Gruppe
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An der Betonung kannst du erkennen, dass das Wort kaputt ein Fremdwort ist. Zweisilbige, nicht zusammengesetzte Wörter werden in der deutschen Sprache (von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen) auf der ersten Silbe betont. Bei dem Wort kaputt liegt die Betonung auf der zweiten Silbe. Das ist ein Hinweis darauf, dass kaputt ein Fremdwort sein muss.
Darüber hinaus: Der betonte Vokal wird kurz gesprochen und daher schreiben wir zwei t.
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Interessant ist, dass dieses Wort später von Deutschland aus in viele andere Sprachen übernommen wurde. Zum Teil ersetzte es die einheimischen Wörter, in einigen Sprachen wurde es in die Umgangssprache übernommen. So finden wir das „deutsche Wort“ kaputt zum Beispiel:
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- Bosnisch: kaput
- Französisch: kaputt
- Italienisch: kaputt
- Kroatisch: kaput
- Russisch: kaput (капут)
- Serbisch: kaput
- Spanisch: kaputt
- Tschechisch: kaput
- Türkisch: kaput
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Übersetzungen, Fremdsprachen:
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MWS 2 Nr. 520 LV 20
Wortart: Adjektiv
Ableitungen: kaputt, kaputter, am kaputtesten
Verben: -
Nomen: Kaputtheit
Adjektive: -
Personenbezeichnungen: -
Zusammensetzungen: kaputtgehen, kaputtlachen, kaputtmachen, kaputtschlagen, kaputtschneiden, kaputttreten
Das Wort kommt aus dem französischen und hieß beim Kartenspiel: ohne Stich sein (= faire capot). Somit hatte man das Spiel verloren.
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Auf der Karteikarte des Modellwortschatzes sind nur die wichtigsten Wortbildungen zu dem Wort kaputt aufgeführt. Hier sind weitere zusammengesetzte Wörter. Klicke auf das Wort um zu weiteren Informationen zu dem Wort bei canoo.net zu gelangen:
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kaputtarbeiten, kaputtdrücken, kaputtfahren, kaputtfreuen, kaputtgehen, kaputthauen, Kaputtheit, kaputtkriegen, kaputtlachen, kaputtmachen, kaputtmachen, kaputtreißen, kaputtschlagen, kaputtschneiden, kaputtsparen, kaputttrampeln, kaputttreten
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Copyright Norbert Sommer-Stumpenhorst 2008
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