Rund um das Wort kaputt:

 

 

Frühe Bedeutungsvielfalt:

Im Stilwörterbuch der Deutschen Sprache finden wir bereits 1937 zum Stichwort kaputt die verschiedenen Bedeutungen:

  • kaputt - etwas kaputt (entzwei) machen
  • ich war ganz kaputt (wie zerschlagen)
  • er schlug ihm die Knochen (im Leibe) kaputt
  • die Firma ist kaputt (pleite)
  • das Geschäft wird kaputt gehen
  • die Konkurrenz hat ihn kaputt gemacht
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Redensarten:

  • Was ist denn nun kaputt? - Was ist passiert? Was ist los?
  • kaputt sein  - entkräftet / erschöpft / überanstrengt sein 
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Sprüche und Aphorismen

Quelle: www.aphorismen.de

  • Macht kaputt was euch kaputtmacht.

Spontispruch

  • Mit Gewalt geht alles. Sogar kaputt.

© Sarah Razak, (*1975), Nachdenkerin

  • Wer am lautesten Heil schreit, ist meistens kaputt.

© Steffen Bork

  • Im großen Ganzen geht das Kleine kaputt.

© Lothar Peppel, (*1964), deutscher Textdichter

  • Nicht alles was ein Loch hat ist kaputt.

Guido Hiltner, (*1968), Ingenieur und vieles mehr

  • Der, der liest, macht seine Grenzen kaputt.

Aus Marokko

  • Die wirklichen Wunder der Technik gehen nie kaputt.

© Heiko Stang, (*1963), Regisseur und Autor

  • Meine Glotze ist kaputt, drum lern’ ich lesen.

Graffito

  • Rauchen ist so schädlich; das selbst der Tabak daran kaputt geht.

Unbekannt

  • Was übers Knie gebrochen wird, geht meistens kaputt.

© Detlev Fleischhammel, (*1952), deutscher Theologe

  • Was nützt kaputt machen, wenn es wieder repariert wird.

Graffito

  • Ein guter Ruf ist schneller kaputt gemacht als ein schlechter wieder hergestellt.

        © Willy Meurer, (*1934), deutsch-kanadischer Kaufmann, Aphoristiker und Publizist,
        (Member of the Human Race), Toronto

  • Man sollte immer verhindern, daß die Vergangenheit auch die Gegenwart kaputt macht.

Unbekannt

  • Stellt euch vor, es ist Krieg, und euer Fernseher geht kaputt!

Unbekannt

  • Es gibt eine Art von Gemeinsamkeit, die geht kaputt, wenn man sie nur erwähnt.

© Dr. phil. Michael Richter, (*1952), deutscher Zeithistoriker

  • Das sind die wahren Wunder der Technik, daß sie das, wofür sie entschädigt, auch wirklich kaputt macht.

      Karl Kraus, (1874 - 1936), österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker, Lyriker, Aphoristiker, Dramatiker,
      Förderer junger Autoren, Sprach- und Kulturkritiker - vor allem ein scharfer Kritiker der Presse und des
      Hetzjournalismus oder, wie er selbst es ausdrückte, der Journaille

  • Selbstverständlich gibts noch andre Welten, müssen wir darum die eigene kaputt machen?

    © Dr. phil. Manfred Hinrich, (*1926), deutscher Philosoph, Lehrer, Journalist, Kinderliederautor, Aphoristiker und Schriftsteller

  • Eine Beziehung ist heutzutage schon dann kaputt, wenn du mehr riskierst als einen langen Blick…

© Elmar Kupke, (*1942), deutscher Aphoristiker und Stadtphilosoph, Quelle : »Amorismen 1«

  • Wir machen in der Schule sukzessive unsere kreativen Köpfe kaputt, die wir in der Wirtschaft so dringend gebrauchen können.

      Ingrid Dankwart (ehemals Goroll), (*1955), Leichtigkeitscoach, Quelle : Welcher Lerntyp sind Sie?
      Speichern Sie Wissen vorrangig in Wörtern, in Bildern oder in Handlungen? http://www.die-lernexpertin.de

  • Auto gut, alles gut;
    Auto mobil, alles mobil;
    Auto kaputt, alles kaputt!

    © Dr. phil. Manfred Hinrich, (*1926), deutscher Philosoph, Lehrer, Journalist,
    Kinderliederautor, Aphoristiker und Schriftsteller

  • Ich krieg das einfach nicht hin mit dieser blöden 0,8-Promillegrenze, die ständige Sauferei macht mich noch ganz kaputt.

Unbekannt

  • Ich mag Männer nicht leiden, die ihre Frauen zu Heiligen machen - die fallen dann herunter von dem Sockel, dann geht gewöhnlich etwas kaputt.

      Kurt Tucholsky, (1890 - 1935 Freitod), Pseudonyme Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel
       deutscher Schriftsteller und Journalist, Literatur- und Theaterkritiker der Zeitschrift »Die Schaubühne«

  • Da lamentieren die Umweltschützer, der Mensch mache die ganz Natur kaputt, und dann kommen die Winterstürme und rufen uns in Erinnerung, daß das eigentlich alles auf Gegenseitigkeit beruht.

Unbekannt

  • Heile heile Welt ist kaputt
    - macht nichts – Pflaster drauf und weiter geht's

      © Helmut Peters, (*1950), deutscher Vollblutschuldnerberater, Germanist, Soziologe,
      wortbildender Künstler, Aphoristiker, Lyriker und Dichter

  • Wenn es klemmt - wende Gewalt an. Wenn es kaputt geht, hätte es sowieso repariert werden müssen.

Quelle : Lowery's Gesetz

  • Grausam unter stillen Sternen
    würgt das Leben dich kaputt.
    Heulst du? Laß dich nicht entkernen:
    Lachen ist dein Menschengut.

    François Rabelais, (1494 - 1553), französischer Satiriker und Humanist, Arzt, Benediktiner,
    Franziskaner und Weltgeistlicher

  • Wenn du schon glaubst, daß du etwas kaputt machen kannst, dann glaube doch erst recht, daß du etwas heilmachen kannst.

Rabbi Nachman von Bratzlaw, (1772 - 1810), Urenkel des Balschem, Rabbiner und Erzähler
Martin Buber/Rabbi Nachmann: Die Geschichten des Rabbi Nachmann

  • Ich wandere den ganzen Tag, um den Frühling zu suchen und meine Schuhe gehen kaputt. Am Abend habe ich den Frühling noch nicht gefunden. Ich kehre heim und sehe ein Kirschblüte in meinem Garten. Der Frühling ist da.

Aus China

  • Die Wahrheit ist das Schreckgespenst aller Ordnungshüter. Wo die Wahrheit gewesen ist, sind die Gesetze zerbrochen, die Regeln zerknüllt, die Richtmuster kaputt. Die Regulative spinnen. Das Gültige spukt. Der Verstand tappt ins Leere, die Vernunft schlägt Alarm, die Begriffe taumeln und stürzen.

    © Billy, (*1932), Schweizer Aphoristiker, Quelle : »Wir Kleindenker -
    Ein Plädoyer für die Einfalt und Vielfalt des Denkens«

  • Alltags-Beispiel: Ein Forscher arbeitete 7 Stunden lang an einer Studienarbeit und kümmerte sich nebenbei um seine 2-jährige Tochter. Als seine Frau von der Arbeit nach Hause kommt, ist er „zu kaputt“, um einen Topf auf den Herd zu stellen, geschweige denn, um Tisch zu decken oder Tomatensoße aufzuwärmen. Als seine Frau 3 Minuten später Mineralwasserkästen aus der Garage ins Haus schleppt, ruft ein Freund an und fragt, ob er mitkommt zum Basketballspielen. Er springt auf, rast davon und spielt 4 Stunden lang. Seine Frau reagiert stinksauer.

      © Anita Ludwig, (*1964), Fachtherapeutin für Psychotherapie HPG,
      Dozentin für Psychologie, Kommunikation und Lerntraining

  • Gewalttätige machen alles kaputt. Gewalttätige sind Bulldozer. Sie dringen überall vor. Sie walzen alles platt, was zart und schwach und leicht zu verletzen ist. Täglich werden Menschen das Opfer von Menschen. Auf das Glück der Menschen fällt der Schatten der Gewalt.
    Aber Gewalt kann man nicht mit Gewalt heilen. Wir müssen den Weg der Gewalt verlassen, den Weg von Blut und Tränen, den Weg des Todes, den alten, von Generationen ausgetretenen Weg, den Weg des Glaubens an die Macht, an den Besitz und das Recht der Stärkeren.
    Wir müssen neue Wege gehen, den Weg der Menschlichkeit unter den Menschen, den Weg zum Licht durch die Nacht, den langen Weg zur Liebe, damit die Freude am Leben aufblüht wie ein farbiger Regenbogen am Himmel unseres Dorfes, das Erde heißt.

    © Phil Bosmans, (*1922), belgischer Ordenspriester, Telefonseelsorger und
    Schriftsteller, »der moderne Franziskus«

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Derb und tüchtig

Dichten ist ein Übermut,
Niemand schelte mich!
Habt getrost ein warmes Blut,
Froh und frei wie ich.

Sollte jeder Stunde Pein
Bitter schmecken mir,
Würd' ich auch bescheiden sein,
Und noch mehr als ihr.

Denn Bescheidenheit ist fein,
Wenn das Mädchen blüht,
Sie will zart geworben sein,
Die den Rohen flieht.

Auch ist gut Bescheidenheit,
Spricht ein weiser Mann,
Der von Zeit und Ewigkeit
Mich belehren kann.

Dichten ist ein Übermut!
Treib' es gern allein.
Freund' und Frauen, frisch von Blut,
Kommt nur auch herein!

Mönchlein ohne Kapp' und Kutt',
Schwatz' nicht auf mich ein!
Zwar du machest mich kaputt,
Nicht bescheiden, nein!

Deiner Phrasen leeres Was
Treibet mich davon,
Abgeschliffen hab ich das
An den Sohlen schon.

Wenn des Dichters Mühle geht,
Halte sie nicht ein:
Denn wer einmal uns versteht,
Wird uns auch verzeih'n

Quelle: J.W. Goethe, West-östlicher Divan (1814-1836)

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Was schreib' ich denn nur?

Es war einmal eine Ticktackuhr;
Die war ein altes gemütliches Ding,
Was immer so in der Ecke hing.
An jedem Morgen in der Früh
Pünktlich um sieben weckte sie.
Um achte rief sie Fritz und Trude
Mit ernstem Tone in die Schule.
Zwölf Schläge erklangen freudig klar,
Wenn's Mittagessen fertig war.
Stets zählt sie der Mama, der guten,
Beim Eierkochen die Minuten.
Stets meldet sie dem Papa es an,
Wenn er zum Klub sich begeben kann.
Und ist es Zeit, ins Bett zu gehn,
Pünktlich um zehn, schlägt sie zehn.
So macht es das Uhrchen gar manches Jahr
Und wußte keiner, wie gut es war,
Bis daß man eines Morgens fand,
Daß es kaputt war und stillestand.

Quelle: Wilhelm BuschGelegenheitsdichtungen (1851-1907)

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Und geht die ganze Welt kaputt
in Blut- und Flammenwehen,
und wird es wirklich Jüngster Tag —
wir bleiben und wir stehen

Quelle: Karl Kraus: Weltgericht, Kriegsaufsätze, Band I. & II. (1919)

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Copyright Norbert Sommer-Stumpenhorst 2008-2010